Titelbild Ausgabe 37

Ausgabe 37 · Januar 2024

Editorial


Liebe Leserinnen und Leser,

ein neues Jahr liegt vor uns und wir schauen zurück. Nein, nicht zurück aufs vergangene Jahr, sondern in einen Rückspiegel, genauer gesagt in einen »Kopfspiegel«. Olaf Schultz und Samuel Littig reflektieren ihre Erfahrungen mit Brillen- und Helmspiegeln und stellen verschiedene Modelle samt ihren Vor- und Nachteilen vor.

Wir schauen zurück: und bringen ein Interview mit einem der wenigen Fahrradläden, die vor 30 Jahren als »selbstverwaltet« eröffnet haben und noch heute einen unabhängigen Geist pflegen. Das ist unsere Ergänzung zur vorangegangenen Ausgabe der Fahrradzukunft.

Und wir schauen selbstverständlich (immer!) nach vorn, wohin die Entwicklung unserer Mobilitätskultur geht. Dafür hat Stefan Buballa die Studie »Motonormativity« (Achtung, man schreibt es nur mit einem »r«) eines englischen Forschungsteams gelesen und stellt sie hier vor. Dabei geht es um die scheinbare »Norm«, dass sämtliche Planungen und Gestaltungen von Städten und Verkehrswegen der Automobilität untergeordnet werden, aber eigentlich der grundsätzlichen Bewegung des Menschen von A nach B besser entsprechen sollten. Das ist das »Moto« (ohne »r«) in dem Wort – es steht für Bewegung.

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk nachreichen muss oder sich selbst beschenken möchte, dem sei das wundervolle, Nachschlagewerk-ähnliche Buch »Fahrrad verstehen« von Jürgen Isendyck empfohlen, der mit klaren und übergreifenden Grafiken Fahrradtechnik mit wenigen Worten, dafür aber mit noch mehr Abbildungen erklärt. Seine kurzen Begleittexte enthalten vermutlich mehr fahrradtechnisch sinnvolle Weisheiten als jede Radsport-Zeitschrift und sind deshalb für Laien und Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Nicht nur ein perfektes Geschenk für Radbegeisterte, sondern auch eine sinnvolle Anschaffung für Fahrrad-Selbsthilfewerkstätten und ähnliche Einrichtungen.

Die aktuelle Ausgabe hat uns einiges Kopfzerbrechen bereitet, denn wir haben noch immer niemanden gefunden, der uns tatkräftig dabei unterstützt, die Onlineversion in ein optisch ansprechendes, druckfähiges PDF-Format umzuwandeln. Die bisherigen Mitarbeiter stehen nicht mehr zur Verfügung. Das ist auch der Grund dafür, warum wir nicht wie gewohnt Ende Dezember erscheinen konnten und einige Planung durcheinandergeraten ist. Hier also noch einmal der dringende Aufruf an unsere Leser, uns bei der Suche zu helfen. Die Aufgabe ist ehrenamtlich, aber für den technischen Support oder eventuelle Softwarekosten würden wir aufkommen.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein fahrradreiches neues Jahr und viel Spaß beim Lesen.

Juliane Neuß